Über das Projekt 2020-01-22T12:54:58+00:00
Was ist TeLIPro?

Etwa sieben Millionen Erwachsene in Deutschland leiden an Diabetes, davon 95 Prozent an Typ-2-Diabetes. Übergewicht und mangelnde Bewegung sind wesentliche Risikofaktoren für die Entstehung des Diabetes-Typ-2. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine nachhaltige Lebensstilveränderung – mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Reduzierung des Körpergewichts – den Verlauf des Typ-2-Diabetes positiv beeinflusst. Dabei ist eine umfassende Unterstützung und Begleitung der Betroffenen für eine nachhaltige Lebensstilveränderung sehr wichtig.

Das Gesundheitsprogramm TeLIPro (Telemedizinisches Lebensstil-Interventions-Programm für Typ-2-Diabetiker) unterstützt und begleitet Menschen mit Typ-2-Diabetes dabei, Ihren Lebensstil erfolgreich und nachhaltig umzustellen und Ihren Gesundheitszustand sowie Ihre Lebensqualität langfristig zu verbessern. Es motiviert die Teilnehmer mehr Bewegung und gesunde Ernährung in ihren Alltag zu integrieren.

TeLIPro ist ein modulares Programm bestehend aus dem TeLIPro-Online-Portal, telemedizinischen Geräten (z. B. Waage, Schrittzähler, Blutzuckermessgerät) und einem individuellen telefonischen Gesundheitscoaching.

Durch das TeLIPro-Online-Portal können die Teilnehmer sich zu Lebensstilfragen informieren und die Veränderung ihres Gesundheitszustands tagesaktuell nachverfolgen. Hierzu werden Gesundheitsdaten wie z.B. das Gewicht, die Schrittzahl am Tag oder der Blutzuckerwert, durch die telemedizinischen Geräte aufgezeichnet und in das Online-Portal übertragen. Beim telefonischen Gesundheitscoaching legt ein Gesundheitsberater gemeinsam mit dem Teilnehmer  individuelle Gesundheitsziele fest und berät diese zu allen Fragen rund um Ernährung, Bewegung und Diabetes.

Das Programm ist ein ergänzendes Angebot, das den behandelnden Arzt sowie den Patienten bei der Erreichung von Behandlungszielen begleitet und unterstützt.

Die Wirksamkeit des Programms wird begleitend im Rahmen einer Studie untersucht.

Wie läuft TeLIPro ab?

Mehr Gesundheit und Lebensqualität für Menschen mit Diabetes – das ist das Ziel von TeLIPro. Durch professionelle und individuelle Unterstützung werden die Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer auf diesem Weg begleitet.

Wie kann ich ohne großen Aufwand meine tägliche Schrittzahl steigern? Wie reduziere ich meinen Zuckerkonsum, ohne auf meine heißgeliebte Schokolade zu verzichten?
Bei allen Fragen rund um Ernährung, Bewegung und Diabetes stehen den Programmteilnehmern das TeLIPro-Online Portal,

telemedizinische Geräte sowie medizinisch geschulte Gesundheitscoaches zur Seite.
Entscheidend ist dabei: Die Ausgangssituation jedes einzelnen steht im Mittelpunkt und damit die Frage, wie das Leben durch kleine, alltagstaugliche Veränderungen gesünder werden kann.

Fakten rund um Diabetes

Glukose (Traubenzucker) ist der wichtigste Energielieferant unseres Körpers. Bei Menschen mit der Stoffwechselstörung Diabetes mellitus können die Zellen die benötigte Glukose nur noch bedingt aufnehmen. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder gar kein Insulin – ein körpereigenes Hormon, das für die Aufnahme von Glukose in den Körperzellen benötigt wird. Ist dieser Austausch gestört, bleibt die Glukose im Blut und sorgt dort für ständig erhöhte Blutzuckerwerte.

Diabetes wird vorrangig in zwei Formen eingeteilt: Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes ist der Körper nicht mehr in der Lage, Insulin zu produzieren, weil die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse durch eine Autoimmunreaktion zerstört wurden. Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen ihrem Körper lebenslang Insulin zuführen. Dieser Typ tritt erstmals vor allem im Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter auf und betrifft nur etwa 5 bis 10 Prozent der Erkrankten.

Anders als bei Typ-1-Diabetes produziert der Körper bei Typ-2-Diabetes zwar Insulin, seine Wirkung in den Körperzellen ist jedoch vermindert (Insulinresistenz). Die Zellen sprechen immer weniger auf das Insulin an und werden schließlich unempfindlich (resistent), so dass der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangt und der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Langfristig werden dadurch Blutgefäße und Nerven geschädigt – es kann zu Begleit- und Folgeerkrankungen kommen.

Typ-2-Diabetes kommt weitaus häufiger vor als Typ-1-Diabetes: An ihm leiden 95 Prozent der Diabetes-Patientinnen und -Patienten. Während er früher vor allem bei älteren Menschen auftrat, erkranken inzwischen Menschen in immer jüngeren Jahren.

Man geht davon aus, dass Typ-2-Diabetes durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht. Eine wichtige Rolle spielen Risikofaktoren, die mit dem Lebensstil zusammenhängen und die jeder Mensch selbst beeinflussen kann. Dazu zählt vor allem Übergewicht, das durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel entsteht: Es erhöht das Erkrankungsrisiko deutlich. Fettzellen – und hierbei besonders die des Bauchfetts – geben Botenstoffe wie Hormone an das Blut ab, was die Insulinresistenz der Zellen begünstigt.

Laut Daten des Robert-Koch-Instituts ist die Häufigkeit des Typ-2-Diabetes in Deutschland in den letzten 14 Jahren von 5,2 auf 7,2 Prozent gestiegen. Bei weiteren 2 Prozent der Erwachsenen geht man von einem noch unentdeckten Diabetes aus. Ein Grund für den Anstieg liegt darin, dass die Bevölkerung immer älter wird – aber auch ein veränderterer Lebensstil, der von unausgewogener Ernährung und zu wenig Bewegung geprägt ist, beeinflusst die Entwicklung.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, Begleit- und Folgeerkrankungen zu entwickeln wie:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Nervenschaden
  • Netzhautschaden
  • Nierenleiden
  • Diabetischer Fuß
  • Psychische Störungen wie Angstzustände und Depressionen

Diabetes Typ 2 bleibt oft lange unentdeckt. Die Symptome sind meist unspezifisch und nicht so klar ausgeprägt wie bei einem Typ-1-Diabetes. Dennoch können einige Anzeichen auf erhöhte Blutzuckerwerte hindeuten:

  • Schwäche und Müdigkeit
  • Übermäßiger Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Schlecht heilende Wunden
  • Trockene Haut
  • Neigung zu Infektionen
  • Hunger oder Appetitlosigkeit
  • Sehstörungen

Ebenso wie ein eher ungesunder Lebensstil die Entstehung von Diabetes Typ 2 begünstigt, kann eine Änderung des Lebensstils den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Wer sein Gewicht reduziert, mehr Bewegung in seinen Alltag einbaut und sich ausgewogener ernährt, kann seinen Gesundheitszustand langfristig verbessern und Folgeerkrankungen vorbeugen. Das Programm TeLIPro unterstützt Patientinnen und Patienten dabei.

Häufigkeit des Typ-2-Diabetes in Deutschland in den letzen 14 Jahren von 5,2 auf 7,2 Prozent gestiegen

In Deutschland verbraucht ein Mensch pro Jahr durchschnittlich 35 Kilogramm Zucker

Mindestens 150 Minuten Bewegung oder 75 Minuten intensive, sportliche Betätigung/Woche empfiehlt die WHO

Wer steht hinter TeLIPro?

TeLIPro ist ein Angebot der AOK Rheinland/Hamburg, die mit drei Millionen Versicherten die größte gesetzliche Krankenversicherung in NRW und die achtgrößte bundesweit ist. Die AOK Rheinland/Hamburg war Vorreiter in der Entwicklung der ersten Disease-Management-Programme (DMP) und setzt sich dafür ein, die Versorgung der Versicherten zu verbessern und patientenorientierter zu gestalten – auch durch die Entwicklung innovativer Versorgungskonzepte. Mit rund 100 Geschäftsstellen und ihrem telefonischen Beratungsangebot AOK-Clarimedis ist die AOK Rheinland/Hamburg 24 Stunden am Tag für ihre Versicherten da.
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Projektpartner

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) ist ein An-Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gehört der Leibniz Gemeinschaft an. Es versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes. Die Arbeit des DDZ ist auf die Ziele der Verbesserung von Prävention, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen gerichtet. Gleichzeitig soll die epidemiologische Datenlage und Versorgung in Deutschland verbessert werden.
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Seit 2013 entwickelt und betreibt das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) innovative und digitale Patienten-Unterstützungs-Programme, vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie dem Diabetes mellitus. Neben dem Lebensstilinterventions-Programm TeLIPro bietet das DITG auch erfolgreiche Programme im Bereich der Diabetes-Prävention und für Typ-1-Diabetiker an.
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Das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) ist ein im Gesundheitswesen spezialisiertes Beratungs- und Forschungsinstitut unter der Geschäftsführung von Univ.-Prof. Dr. Volker Amelung. Der besondere Ansatz des inav ist die Verbindung der drei Kompetenzfelder Praxis, Wissenschaft und Politik. Das inav unterstützt seine Kunden dabei, Projekte von der Konzeption, über die Markteinführung bis zur Evaluation erfolgreich umzusetzen.
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Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein stellt mit ihren Mitgliedern, den rund 19.500 Vertragsärzten, Psychotherapeuten und Ermächtigten im Rheinland die ambulante medizinische Versorgung für fast zehn Millionen Menschen sicher. Für die Mitglieder trifft die KV Nordrhein unter anderem Vereinbarungen mit den Krankenkassen, die die Grundlage für die Behandlung der Patienten, die Honorierung der Ärzte und die Qualitätssicherung bilden. Zu den weiteren Aufgaben zählen das Abrechnen der ärztlichen Leistungen und die Verteilung des Honorars an die Ärzte. Darüber hinaus setzt sich die KV Nordrhein als Interessenvertreter ihrer Mitglieder ein, die sie in allen Fragen von der Abrechnung bis zur Zulassung berät
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Der VDBD ist eine Interessengemeinschaft von Diabetesberater/innen DDG, Diabetesassistenten/innen DDG und weiteren qualifizierten Fachkräften, die sich gezielt für Menschen mit Diabetes mellitus und assoziierten Erkrankungen engagieren. Die Mitglieder des VDBD sind erfahrene Beratungs- und Schulungsprofis, deren Angebote sich an den aktuellen wissenschaftlichen Standards der Diabetologie und Pädagogik orientieren.
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Innovationsfonds

Der Innovationsfonds wurde durch die Bundesregierung aufgelegt, um die Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland qualitativ zu verbessern und weiterzuentwickeln. TeLIPro wird aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert.